Strand in Bulli Australien
Australien,  Länder

Roadtrip an Australiens Ostküste

Linksverkehr? Nie gefahren! Camperlife als Familie? Nie gemacht! Und trotzdem steht für uns ganz schnell fest, dass wir mit dem Wohnmobil durch Australien reisen wollen. Route? Drei Wochen von Sydney nach Melbourne.
Aber haben wir uns da nicht etwas zu viel vorgenommen, geht es gut? Fast drei Wochen im australischen Herbst/Winter zu Viert auf engem Raum, wird das klappen?

Unser Wohnmobil mieten wir noch von Deutschland aus über Dertour bei Apollo. Los geht es außerhalb von Sydney zur ersten Station: Bulli Beach Tourist Park

Unser Apollo-Motorhome
Am Strand von Bulli

Bulli belohnt uns mit wunderschönen und menschenleeren Stränden und fantastischem Wetter. Wir nutzen die Zeit, um uns an das Wohnmobil zu gewöhnen und uns mit allem vertraut zu machen, denn als Nächstes wollen wir in einen Nationalpark.
Auf dem Weg dorthin machen wir Stop in Kiama mit seinem berühmten Blowhole. Wir erwischen einen windstilleren Tag, an dem die Wellen nicht ganz so stark gegen die Felsen schlagen, dennoch macht das Blowhole seinem Namen alle Ehre und spuckt kräftig und laut Wasser.

Blowhole und Leuchtturm in Kiama

Doch das eigentliche Highlight soll erst noch kommen, als wir zum Fish’n-Chips-Essen einkehren. Nichts ahnend studieren wir die Karte über der Theke, als wir plötzlich von einem Pelikan im Imbiss überrascht werden. Der Pelikan fühlt sich pudelwohl, verschwindet hinter der Theke, lugt wieder hervor, dreht eine weitere Runde und lässt sich in aller Seelen ruhe fotografieren. Da wird unser Mittagessen zur Nebensache – obwohl es mehr als lecker schmeckt und sehr zu empfehlen ist.

Pelikan im Imbiss

Weiter geht es für uns in den Booderee National Park. Versprochen waren Strand, Kängurus und Natur pur und wir bekommen auch Strand, Kängurus und Natur pur. Wir bestaunen am Strand einen weiteren faszinierenden Sonnenuntergang, schauen den bunten Papageien in den Bäumen zu, streifen durch Urwald, essen mit Opossums zu Abend und laufen mit Kängurus über den Campingplatz. Es ist fantastisch.

Bunte Papageien überall in den Bäumen
Unser Stellplatz mitten in der Natur
Sonnenuntergang im Booderee National Park
Kängurus in freier Wildbahn und direkt neben uns

Leider müssen wir weiter, denn es liegen noch einige Kilometer vor uns und mit den Kindern genießen wir es auch mal ein oder zwei Tage an einem Ort zu sein. So verschlägt es uns nach Narooma auf den Platz Island View. Wir haben die Plätze vorab nicht gebucht, es ist Nebensaison und die Plätze sind meist leer. In der Hauptsaison sieht das natürlich anders aus und eine genaue Planung ist nötig. Doch wir können uns ein Stück weit treiben lassen und nach Wetter, Lust und Laune entscheiden, wo wir die Nacht verbringen.

Auch das muss gemacht werden – Toilette reinigen ist kinderleicht
Wenn er könnte, würde er überall Fußball spielen
Narooma Beach – Menschenleere Strände in der Nebensaison

Auf unserem Weg nach Eden machen wir Pause in Bega. Ein kleines Städtchen, dass bekannt ist für seinen Käse. Die Kinder probieren sich durch sämtliche Käseprobierwürfel und wir nehmen natürlich auch ein Stückchen mit. Auch das bei den Australiern beliebte Vegemite wird dort hergestellt und in zig Varianten verkauft. Ich habe es in Sydney probiert und was soll ich sagen, es schmeckt wir konzentriertes streichfestes Maggi, echt eklig.

Käse in Bega

Die nächsten Nächte verbringen wir in Eden, das bekannt ist für sein Whalewatching. Allerdings haben wir leider kein Glück vom Strand aus die vorbeiziehenden Wale beobachten zu können. Dennoch ist es auf dem Platz (der bezeichnenden Weise „Garden of Eden“ heißt) zwischen Meer und Lake Curalo sehr schön.

Leider keine Wale in Sicht
Garden of Eden Caravan Park am Lake Curalo
Wir sind mal wieder fast die Einzigen auf dem Platz
Kakadus überall

Auf dem Weg Richtung Süden machen wir einen Abstecher nach Gipsy Point und picknicken mit Kängurus. Jonas und Mila sind so fasziniert, dass sie von nun auch Kängurus sein möchten und kräftig das Hüpfen üben. Eine ganze Kängurus-Meute bewohnt die Wiesen und Felder von Gipsy Point und springt frei herum.

Achtung Kängurus
Gipsy Point, verschlafen und malerisch, perfekt für ein Picknick mit Kängurus
Kängurus in Gipsy Point

In Lakes Entrance bleiben wir nur kurz, der Ferienort hat uns nicht überzeugt. Ein Camping- und Feriendorf reiht sich an das nächste und wir stellen uns wir so oft die Fragen, wie es dort wohl in der Hauptsaison aussehen mag. Für uns fehlt es dem Örtchen an Charme, der Funken ist nicht übergesprungen und so geht es schnell weiter zu letzten Station vor Melbourne: Phillip Island.

Hafen von Lakes Entrance

Für Phillip Island bleibt uns dagegen noch mehr Zeit und die ist auch nötig, so ist die kleine Insel vor den Toren Melbournes doch wunderschön und vielseitig. Wir füttern und streicheln Kängurus, sehen Koalas, entdecken versteckte Pinguine, sehen wunderschöne, schroffe Küsten, beobachten die Touri-Parade auf dem Weg zur Pinguin-Parade.
Beim Besuch im Wildlife-Park trauen sich die Kinder die Kängurus zu streicheln, erst langsam und zaghaft, doch dann werden sich mutiger und füttern die Tiere auch alleine. Wir beobachten die gemächlichen Koalas beim Fressen und sind fasziniert von den Helmkasuaren.

Kängurus im Wildlife Park
Süßer geht es kaum
Helmkasuar
Die Kängurus lassen sich streicheln und füttern
Es geht doch süßer dank dieses Koalas

Das Gebiet an der Westspitze von Phillip Island hat uns besonders gut gefallen. Die schroffe Küste, das Meer und die Wiesen über die die Kängurus hüpfen sollte man sich unbedingt anschauen. Dort in den Hügeln der Summerlands leben auch die berühmten Pinguine, die jeden Abend aus dem Meer zu ihren Höhlen watscheln und dabei von hunderten Touristen bestaunt werden. Überall in den Summerlands nisten die kleinen Zwergpinguine, die man mit Glück auch tagsüber in ihren Höhlen beobachten kann. Abends schließen die Ranger den Park für PKW-Verkehr und Touristen, um die Tiere zu schützen. Nur von den kostenpflichtigen Tribünen darf man zuschauen, wie die Pinguine von ihrer Tagestour heimkehren. Wir wollten dafür allerdings kein Geld ausgeben, sondern warten lieber auf die Pinguine in Melbourne.

Zwergpinguin in seinem Nest in den Summerlands
Summerlands auf Phillip Island
Summerlands auf Phillip Island
Pinguin Parade von oben

Unser Fazit nach drei Wochen im Wohnmobil fällt positiv aus. Wir haben das Camperleben genossen, die Kinder haben sofort Campingplätze und deren Spielplätze unsicher gemacht. Die Natur wurde erkundet. Viele Tiere, die wir bisher nur aus dem Zoo kannten, haben wir in freier Wildbahn erlebt. Von Kakadus geweckt und von Opossums und Kängurus ins Bett gebracht. Australien, es war fantastisch und wir würden es jeder Zeit wieder tun!

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